Neuheit in Deutschland: erste Spielbank geht online

Neuheit in Deutschland: erste Spielbank geht online

Neuheit in Deutschland: erste Spielbank geht online

Online Casinos gibt es in Deutschland mittlerweile wie Sand am Meer. Allerdings handelt es sich dabei um Betreiber, die ihren Sitz im Ausland haben und nur dank einer Lizenz aus beispielsweise Malta, Gibraltar oder Großbritannien auch in Deutschland ihre Produkte und Dienstleistungen online anbieten dürfen.

Die François-Blanc-Spielbank in Bad Homburg in der Nähe von Frankfurt am Main wagt nun ebenfalls den ersten Schritt Richtung Online Casino. Die Kurgesellschaft, zu welcher die Spielbank gehört, hatte 2013 die Lizenz für öffentliches Glücksspiel von der Wicker-Gruppe übernommen. Seitdem konnte ein Anstieg an Besucherzahlen und damit auch ein Wachstum der Umsätze verzeichnet werden. Der nächste Schritt soll ins World Wide Web folgen.

Der Glücksspielstaatsvertrag steht im Weg

Ein vollständiges Online Casino wird es von der Spielbank in Bad Homburg allerdings in naher Zukunft noch nicht geben. Das liegt am Glücksspielstaatsvertrag, der von den Bundesländern noch immer nicht ausgehandelt wurde. Bislang ist es keinem Bundesland außer Schleswig-Holstein erlaubt, Lizenzen für den Betrieb eines Online Casinos zu vergeben. Selbst Schleswig-Holstein vergibt seit geraumer Zeit keine solchen Lizenzen mehr, weswegen es in Deutschland ansässigen Unternehmen nicht erlaubt ist, ein Online Casino zu betreiben.

Deswegen hat die François-Blanc-Spielbank in Bad Homburg nun etwas in die Trickkiste gegriffen. Zwar wird es kein vollständiges Online Casino mit Spielautomaten und Tischspielen geben, aber ein Live Casino. Mehrere ausländische Anbieter können einen Videostream auf einen Roulettetisch in der Spielbank bereitstellen. Mehrere Kameras sind auf den Tisch und einen echten Croupier gerichtet, der das Spiel bedient. Die dafür notwendigen Lizenzen sind vorhanden, wodurch sich die Zuschauer an den Bildschirmen auf die Richtigkeit der Übertragung und der Spielergebnisse verlassen können.

Zuschauen aber nicht anfassen

Das Konzept eines Live Casinos ist nicht neu. Besonders auf Malta gibt es verschiedene Betreiber, die eine Vielzahl an Tischspielen per Videostream bereitstellen. Diese sind bei zahlreichen Online Casinos zu finden und können für ein authentischeres Spielerlebnis genutzt werden. Die Croupiers sind entsprechend ausgebildet, sodass ein echtes Spiel stattfindet und die Spieler können dabei mit anderen Teilnehmern und den Dealern direkt chatten. Die Atmosphäre einer realen Spielumgebung soll so möglichst gut nachempfunden werden.

Obwohl die Spielbank in Bad Homburg nun also auch zu den Anbietern eines Live Casinos gehört, dürfen deutsche Spieler bisher nur zusehen, statt selbst mitzuspielen. Erst sobald der Glücksspielstaatsvertrag endlich unter Dach und Fach ist und auch Online Casinos in Deutschland vernünftig reguliert werden können, besteht dann gegebenenfalls auch für deutsche Spieler die Möglichkeit, Einsätze zu platzieren und Geld zu gewinnen.

Ausbau der Spielbank für traditionelles Casino-Erlebnis

Die Betreiber der Spielbank in Bad Homburg müssen sich also noch etwas gedulden, bis das gesamte Casino online gehen kann. Allerdings wurde seit der Übernahme durch die Kurgesellschaft schon viel getan, um fußläufige Kunden in die Spielhallen zu locken.

Seit der Lizenz-Übernahme konnten 123 Millionen Euro erwirtschaftet werden, die Zahl der täglichen Kunden hat sich in den letzten Jahren auf knapp 600 pro Tag verdoppelt.

Die Spielräume wurden modernisiert und mit vielen beliebten Spielautomaten ausgestattet, welche inzwischen für bis zu 80 % des Umsatzes verantwortlich sind. Dank gelegentlicher Auftritte des Varietés Tigerpalast und Werbemaßnahmen am Frankfurter Flughafen konnten neue Gäste von außerhalb angelockt werden.

Zu diesen zählen vermehrt asiatische Touristen, die dank eines Shuttle-Busses von Frankfurt bis zur Spielhalle transportiert werden. Traditionell sind Spieler aus Asien leichter für Casinos zu begeistern. Bei der Spielbank in Bad Homburg erhalten sie nun auch dank attraktiver Partnerschaften mit umliegenden Hotels und Spas ein besonderes Spielerlebnis.

Zum Jubiläum gibt es viel Neues

Die Spielbank in Bad Homburg wurde 1841 gegründet und zählte unter Anderem schon den russischen Schriftsteller Fjodor Dostojewski zu seinen Kunden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Spielbank geschlossen, aber schließlich im April 1949 wiedereröffnet. Dieses 70-jährige Jubiläum wurde nun mit dem Einstieg ins Online-Geschäft gefeiert.

Auch für die Zukunft sind Neuerungen und innovative Entwicklungen geplant. Wenn die Politik mitspielt, könnte das Casino auch bald im Internet heimisch werden. Das Potenzial und Prestige besitzt es bereits, bleibt nur abzuwarten, wann deutsche Betreiber vollständig in die Online-Casino-Branche eintreten dürfen. Bis dahin heißt die Spielbank in Bad Homburg aber weiterhin gern Gäste aus nah und fern willkommen.

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